"Wer auf Dunkelromantik steht, die mit rockigen, klassischen und Musical-Elementen gepaart ist,
landet mit ApoVelation einen Volltreffer."

Mit ihrer Demo-CD "Between Heaven And Hell" versucht die Erlanger Gothic Rock Band ApoVelation, im Musikgeschäft Fuß zu fassen.
Ob man die Band nach dem Hörgenuss ihres Werkes in den Himmel loben möchte oder aber doch lieber in die Hölle schicken will, dem werde ich jetzt einmal nachgehen.
Zunächst einmal punktet eine ungewohnte DVD-Case-Aufmachung mit vielen kleinen Zugaben in punkto Design. (...)

Klassisch durch "Vide Cor Meum", welches allen Hannibal-Film-Freaks bekannt sein dürfte, eröffnet sich der "Prologue" und führt zum sich bombastisch steigernden zweiten Teil
des Liedes: "The Curtain Has Fallen". Eine anschließende instrumentale Inszenierung erzeugt Spannung und nach knapp 7 Minuten erklingt die gefühlvolle Stimme
des Sängers Andy Schmidt. Was bereits im Opener dargeboten wird, steht einem Hans Zimmer-Soundtrack an Bombast in nichts nach.

"If Only I Could" startet mit hellem Klavier-Intro, wird ergänzt durch rockige Gitarren, die allerdings etwas mehr Power in der Produktion vertragen könnten,
und steigert sich zu einer eingängigen Melodie, die sich in den Gehörgängen festzusetzen weiß.
Es wundert nicht, dass es dieser Song bereits auf szenerelevante Sampler geschafft hat.

Ein erneutes Klavier-Intro – diesmal molllastiger – eröffnet "To Die With You (How Sweet Your Blood Is Like Mine)" und begegnet einem in diesem Stück immer wieder.
Gelungene Wechsel in der Tonhöhe und eher düster gehaltene Klangfarben machen dieses 10minütige Lied entgegen erster Befürchtungen nicht langweilig.

Ausnahmsweise ohne Klavier-Intro, welche fast schon typisch für den Stil der Band sind, dafür aber gewaltig, ist der Beginn von "Vision (Wake Up The Dreamer)".
Die Kombination aus englischen und deutschen Lyrics bietet eine gelungene Abwechslung.
Ein rockiger Refrain und balladeske Strophen bieten erneut Ohrwurmcharakter und rechtfertigen auch hier den Samplerbeitrag.

Das balladeske "A Fatal Ride" baut gleich zu Beginn eine gewisse Melancholie auf, die durch den Gesang perfekt fortgeführt wird.
Eine Gesangsausbildung des Sängers ist hier nicht zu überhören und zahlt sich im folgenden "Loneliness (One Word In Your Name)"
besonders aus, bei dem die Arbeit mit der Stimme im Vordergrund steht.

"You Are The One" brilliert anschließend durch eine radiotaugliche Länge und Melodie. Durch die Instrumentalisierung fast schon poplastig,
katapultiert einen die Gesangsstimme aber wieder in die dunklere Ecke der Musikrichtungen.

Mit "You´re Part Of My Destiny" und "The Lord Is By My Side", das rockigste Lied des Werkes, folgen erneut 7-minütige Kracher, deren typische Inszenierung à la ApoVelation
einen hohen Wiedererkennungswert versprechen. Aufgelockert wird das Ganze durch das Piano-Stück "Save Me From Your Own Heart", welches als "Epilogue"
den eigentlichen Schluss von "Between Heaven And Hell" bildet.

Als Bonus gibt es anschließend noch mit der Single Edition von "The Curtain Has Fallen" einen weiteren ehemaligen Samplerbeitrag auf die Ohren.

Trotz ähnlichem Aufbau der Songs bietet das Gesamtwerk viel Abwechslung, da jedes Lied seine eigene Geschichte zu erzählen versteht.
Immer neu zu entdeckende Elemente lassen das Album auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig werden.

Für eine Homestudioaufnahme stellt "Between Heaven And Hell" ein gelungenes Klangerlebnis dar, wenngleich die Gitarren etwas mutiger eingebracht werden könnten.
Dies zu verbessern bietet die anstehende Veröffentlichung ihres Debütalbums "Let Light Come To Be",
auf welches ich schon sehr gespannt bin und das ziemlich vielversprechend sein könnte – genügend Leidenschaft und Potenzial ist bei den Musikern vorhanden.

"ApoVelation Is Powered By The Night" heißt es auf dem Cover und es bleibt zu wünschen, dass der Winter nicht vergehen mag bzw. schnell wieder kommt,
in denen die Nächte ja bekanntlich länger sind…

Fazit: Die Musik besticht durch im Ohr bleibende Melodien, ansprechende Texte, die durch eine gefühlvolle Stimme transportiert werden und Abwechslung im Tempo.

Wer auf Dunkelromantik (wie Illuminate oder Lacrimosa) steht, die mit rockigen, klassischen und Musical-Elementen gepaart ist, landet mit ApoVelation einen Volltreffer.

Anspieltipps: If Only I Could, To Die With You (How Sweet Your Blood Is Like Mine), Vision (Wake Up The Dreamer), You Are The One